
Pressespiegel
Die nachfolgende Buchbesprechung hat Katharina Maurer für ORF - Radio Oberösterreich, für die Sendung „Lust aufs Leben – Kultur aus allen Richtungen“ verfasst.
Sendetermin: Sonntag, 3. September 2006, 21.03 Uhr
Buchbesprechung (K)ein Platz für Schwarze. Ein Flüchtlingsschicksal in Österreich
"Kein Platz für Schwarze oder Ein Platz für Schwarze." Dieter Bogg lässt im Titel seines Buches beide Möglichkeiten offen. Das Buch – mit dem Untertitel "Ein Flüchtlingsschicksal in Österreich" – beschreibt nicht die Asylfrage. Es beschreibt, wie hierzulande mit Menschen schwarzer Hautfarbe umgegangen wird. Das Buch ist 2005 in der deutschen books on demand GmbH erschienen.
Der Verlag stellt den gebürtigen Wiener Dieter Bogg als einen Kosmopoliten vor. Sein Beruf in der Computerbranche habe ihn in verschiedene Länder gebracht, wo er die Leute beruflich und privat kennen lernte. U. a. auch nach Kanada. Dort heiratete er die in England geborene Ergotherapeutin Susan. Ihn und seine Frau präge die Pfadfinderideologie, so der Verlag. Seit den siebziger Jahren seien beide aktiv praktizierende Christen.
Das Ehepaar hat sich in Österreich mittlerweile mehrfach einzelner Flüchtlinge angenommen.
Dieter Bogg erzählt in seinem Buch seine real erlebte Geschichte mit Faith; so der Name des Flüchtlings:
Nach seiner Rückkehr von einer Dienstreise im Februar 1997, stellt ihm seine Frau Faith vor. Faith kommt aus Nigeria. Dort ist er als Siebzehnjähriger vor der Folter in den nigerianischen Gefängnissen geflohen. In Österreich landet er in Schubhaft. Durch einen Hungerstreik erzwingt er seine Freilassung. Total entkräftet versucht Faith bei seinem Landsmann David unterzukommen. Der hat gerade selbst erst um die österreichische Staatsbürgerschaft angesucht. Dessen Ehefrau Marion will Faith deshalb keine Zuflucht erlauben. Halbtod findet er bei Susan, Boggs Frau, Unterschlupf.
Nur für zwei Wochen, hieß es damals. Daraus wurden tausend Tage. Während dieser Zeit lernten Familie Bogg und Faith einander kennen und schätzen.
Dem Leser eröffnet sich die traurige Welt der Asylbewerber, in der die Gesetzeslage nur wenig Spielraum für menschliche Entscheidungen lässt: Das Ehepaar Bogg versucht Faith auf legalem Weg, eine neue Heimat zu ermöglichen. Dabei trifft es auf viel Hilfsbereitschaft und Verständnis. Gegen die Behördenmaschinerie kann das Ehepaar damit aber nicht ankommen. Faith's Asylantrag wird von den österreichischen Behörden abgelehnt, weil diese in Nigeria ein ordentliches Regime vermuten. Das Gegenteil ist dort aber der Fall: Viele afrikanische Gesellschaften sind 'Gerontokratien'. Übersetzt: es gilt 'Die Herrschaft der Alten'. Faith beschreibt eine kriminelle Loge bestehend aus mächtigen und einflussreichen Personen. Die Ogboni, so nennt sich diese Gesellschaft, sind in der politischen Szene und in allen öffentlichen Ämtern vertreten. Als sich Faith weigert, von seinem Vater die Mitgliedschaft der Ogboni zu übernehmen, gerät er in die brutale Gefangenschaft in einem nigerianischen Gefängnis.
Das Buch von Dieter Bogg: Eindrucksvoll und sehr berührend. Der Grund: Die Geschichte ist eine reale Geschichte. Sie stammt aus dem wirklichen Leben mit wirklichen Menschen. Alle erwähnten und beschriebenen Personen, so der Autor in seiner Einleitung, gibt es. Durch die sich abwechselnden Erzählpassagen, einmal erzählt Bogg und einmal erzählt Faith, kann sich der Leser besonders gut in die Problematik einfühlen. "Kein Platz für Schwarze. Ein Flüchtlingsschicksal in Österreich" ist 2005 in der deutschen Books on Demand GmbH erschienen.
Einsicht 2/2005 - Agape Österreich (Editorial 42KB, Text 78KB)
Perchtoldsdorfer Rundschau 4/05
Zeitzeichen - Magazin der kath ArbeitnehmerIinnenbewegung Österreichs Nr 6-7/2005 (Bild 100 KB)
Info des Bildungshauses Stift Zwettl (Bild 88 KB) - Lesung am 22. September 2005
Antenne ERF (Bild 67 KB) - Radiofeature am 7. Juli 2005
NÖN Mödling/Perchtoldsdorf (Bild 57 KB)
Augustin - Mai 2005 (Bild 250 KB)Perchtoldsdorfer Rundschau - Mai 2005 (Bild 193 KB)
Die Furche - 14. April 2005 (Bild 81 KB)
Scheiflinger Bibliothek und Hauptschule - 28. Sept. 2005