Nachhaltigkeit
1958 lernte ich als Kind die Pfadfindergesetze kennen, „Der Pfadfinder ist … Freund aller Menschen, ..schützt Pflanzen und Tiere, .. ist sparsam …..“ , Worte die mich prägten.
Deshalb interessierten mich 1972 die Ansichten von Dennis L. Meadows 1972 „Die Grenzen des Wachstums„ in denen er behauptete, dass, wenn in einem unveränderten Maße die Industrialisierung, die Umweltverschmutzung, die Ausbeutung der Ressourcen in Bezug auf das Bevölkerungszuwachs anhalten, in 100 Jahren die Grenzen erreicht wären.
Juni 2008 wurde in einer Studie der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation eine Übereinstimmung der damals vorhausgesagten Szenarien mit neuerem Datenmaterial festgestellt und erneut der globale Zusammenbruch in diesem Jahrhundert bestätigt. Trotzdem wird heute nach bzw. noch in der Wirtschaftskrise an der Doktrin des Wirtschaftswachstums als Motor zum Wohlstand festgehalten
Bereits 1973 wirft Ernst Friedrich Schumacher in seiner Veröffentlichung „Small is beautiful“ der Wirtschaft vor, Rohstoffe als Verbrauchsgut und nicht als Kapital, da sie nicht erneuerbar sind, zu sehen. Er argumentierte, dass die Natur sich der Umweltverschmutzung nicht anpassen wird. Seine Philosophie wurde 1987 von der norwegischen Ministerpräsidentin Gro Brundtland so formuliert:
„Entwicklung zukunftsfähig zu machen, heißt, dass die gegenwärtige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt, ohne die Fähigkeit der zukünftigen Generation zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können."
Respekt vor der Natur, Bewahrung der Schöpfung, ein sorgfältiger Umgang mit Ressourcen, all das was heute zur ökologischen Nachhaltigkeit gehört, haben mich bewogen unser Haus umweltfreundlich zu gestalten. Eine Nutzwasserleitung einzubauen, aus dem Brunnen gespeist dient der Gartenbewässerung bzw. der WC-Spülung. Unter Einbeziehung der zweiten Wohnung beträgt die Trinkwasserersparnis ca. 80 m³ pro Jahr. In Anbetracht der Wasserverknappung frage ich mich wann die Bauordnung vorausschauend Nutzwasserleitungen und Regenwassertanks vorschreiben wird, um nachhaltig gewappnet zu sein.
Weil wir nicht chinesischen Knoblauch einkaufen wollen, pflanzt meine Fra
u ihn in unserem Garten an und ein paar Hühner als Haustiere liefern täglich frische Eier und bereichern den Komposthaufen. Obst und Gewürze werden im Solartrockner aufbereitet, weshalb wir im Winter auf importiertes Obst verzichten können. Warmes Wasser bekommen wir vom Dach, sogar an einem sonnigen Wintertag wird der 500 l Speicher auf 38 Grad aufgeheizt, was allerdings einen etwas sparsameren Warmwasserverbrauch erfordert. In der Übergangszeit wird mit einem Holzofen die Wohnung temperiert.
Der Jahresstrombedarf decken wir zu 99% mit der Photovoltaikanlage, da aber wegen der zeitlich verschobenen Produktion bzw. des Bedarfs wir in das Netz liefern und dann teurer zurück kaufen, konnten wir unsere Ökostromkosten nur um 65% senken und durch Umstellung von einem Gasherd auf Strom auch 13% Gaskosten einsparen.
Die Frage nach der finanziellen Amortisation stellt sich trotzdem nicht, die Investition hat ethische Gründe, was können wir zur ökologischen Nachhaltigkeit beitragen.
Das entspricht etwa der letzten Botschaft des Gründers der Pfadfinderbewegung Lord Baden-Powell of Gilwell, die er 1940 für seine Pfadfinder hinterlassen hatte:
„Versucht diese Welt um ein wenig besser zu hinterlassen, als ihr sie vorgefunden habt.“
Nicht zur Ausbeutung und Zerstörung hat Gott die ersten Menschen aufgefordert. In 1. Mose 1 Vers 28 der Guten Nachricht Bibel steht:
„Und Gott segnete die Menschen und sagte zu ihnen: »Seid fruchtbar und vermehrt euch! Füllt die ganze Erde und nehmt sie in Besitz! Ich setze euch über die Fische im Meer, die Vögel in der Luft und alle Tiere, die auf der Erde leben, und vertraue sie eurer Fürsorge an.“
Nun sollte man meinen, dass unser ökologischer Fußabdruck http://www.mein-fussabdruck.at/footprint/info bereits befriedigend ist. Zwar ist er mit 3,65 bereits unter dem österreichischen Durchschnitt, dennoch beanspruchen wir doppelt so viel, als die Erde für alle Menschen hergeben könnte. Da ist wohl noch weiterer Handlungsbedarf notwendig.
