
In Haft
(Leseprobe)
„In der Zelle bereiteten mir die bereits Inhaftierten einen heißen Empfang. Ich musste das Wenige, das ich mitbrachte, teilen und wurde, da die "Geschenke" nicht ausreichend erschienen, von meinen Zellengenossen getreten und geschlagen. Ich wusste nicht, dass es unter den Berufskriminellen so üblich ist, ihre Zellenunterkunft auf Kosten der Neuankömmlinge aufzubessern. Für mich war die ganze Situation vollkommen fremd und ich wusste auch nicht, was ich tun sollte.“
Es gab keinerlei Beweise für die Anschuldigungen und Faith konnte nur seine Unschuld beteuern. Das war der Behörde zu wenig, sie brauchte ein Geständnis. Deshalb brachte die Polizei ihn zu einer Instanz, die Faith als Staatssicherheitsbehörde bezeichnete, wo sein Fall weiter behandelt werden sollte.
„Sie versuchten immer wieder mit verschiedenen Methoden ein Geständnis zu erzwingen. Manchmal streuten mir die Wachebeamten beim Verhör unter dem Vorwand, mir das Gesicht vom Schweiß abwischen zu wollen, ein irritierendes Pulver in die Augen. Das juckte fürchterlich und brannte in den Augen, je mehr ich sie mir rieb. Auch das Abwaschen mit Wasser verschlimmerte die Schmerzen noch mehr.“
„Dort blieb ich zuerst mit anderen Häftlingen eingesperrt. Ich durfte keinen Kontakt zu meiner Mutter haben. Immer wieder wurde ich verhört. Meine Beteuerung, dass ich den Brand nicht gelegt hätte und auch nicht die geringste Veranlassung gehabt hätte, das eigene Hab und Gut zu zerstören, wurde ignoriert. Was hätte ich tun sollen? Ich wurde jedes Mal dafür geschlagen.“
„Nachdem ich geschlagen wurde, musste er in einer winzigen Zelle, einer so genannten "safety box" zusammengekauert in völliger Dunkelheit viele Stunden verbringen. Diese Zelle war nicht groß genug, um aufrecht stehen oder liegen zu können. Sobald sie mich wieder herausholten, wurde ich mit Ruten, die Widerhaken hatten, oder mit Kabel vor allem auf die Beine geschlagen. Dadurch bekam ich zahlreiche Ekzeme auf den Beinen, die in dieser Box nicht heilen konnten. Bedingt durch das Kauern in der Box schwollen auch meine Beine stark an, sodass ich bald nur mühsam gehen konnte. Die Narben dieser Schläge sind auch heute noch an den Beinen zu sehen. Als Behandlung für meine offenen Wunden wurde mir lediglich eine Jodtinktur über die offenen Wunden gegossen.“