Kurze Familienchronik

Wir sind Familie und als solches ein Teil des großen Ganzen, der Menschheit, auch wenn es scheint, dass wir dabei unbedeutend und nur mittelmäßig sind.

Meine Familie väterlicherseit, also die Bogg - Linie stammt aus dem Norden, die bis zum Jahre 1740 zurück verfolgt werden kann. Sie waren Landwirte im Waldviertel. Großvater Leopold Bogg war das 2. Kind von 16 und wurde Schneider. Er glaubte an das Vaterland und bekam dafür die goldene Tapferkeitsmedaille, als er in der Isonzoschlacht 1918 beide Beine verlor. Großmutter Emma Kutschker kam aus Freudenstadt als Dienstmädchen nach Wien.

Mütterlicherseits kam Oma Anna Willscher ebenfalls aus dem Sudetenland, wo ihre Eltern in Wigstadl einen Textilhandel hatten. Opa Josef Sühs kam aus einer Malerfamilie. Sein Vater Wenzel Sühs hat eine Nische im Gablitzer Heimatmuseum. Opa war Autodidakt und glaubte ebenfalls ans Vaterland.  Er kam heil aus dem Polenfeldzug 1915 zurück und brachte Skizzen mit, die die Sinnlosigkeit des Krieges dokumentieren.

Vater Johann Bogg glaubte an die Deutsche Nation, kämpfte als Offizier im Baltikum, geriet in russische Gefangeschaft und entzog sich unfreiwillig meiner Erziehung. Mutter Mimi Sühs widmete sich ganz dem Sport und insbesondere der Gymnastik.

Ich glaube an Intelligent Design, dass die Erde und der Mensch geschaffen wurden und nicht ein Zufallsprodukt sind. Der verschwenderische Umgang war mir von Kindheit an ein Gräuel. Damals hat die Pfadfinderideologie viel zu meinem Verständnis von der Bewahrung der Schöpfung und der Liebe zur Natur gelehrt. Nach meiner Berufsausbildung als Elektroingenieur, wählte ich die Welt kennen zu lernen. In Kanada begegnete ich meiner Frau Susan.

Susan stammte aus England und wuchs auf der Farm ihres Vaters Jack Hardie in Cheshire auf. Er beschäftigte sich in Neuseeland mit Schafszucht und hatte auf seiner englischen Farm während des Krieges Deutsche als Landarbeiter. Mutter Mary Way war Drogistin und arbeitete vor dem Krieg in Frankreich in einem Prominentenspital an der Riviera. Susan war Seepfadfinderin und arbeitete als Ergotherapeutin am Henderson Hospital in Hamilton, Ontario.

Wir heirateten 1966 in Kanada, unsere Trauzeugen sind uns leider abhanden gekommen. Zurückgekehrt nach Europa ließen wir uns in Österreich nieder, eine Herausforderung für die gebürtige Engländerin und ein Augenöffner für mich, unser Land mit ihren Augen kennen zu lernen. Während ich mich um Computerinstallationen in den ehemaligen kommunistischen Ostblockländern kümmerte, half Susan die Ergotherapieschule in Wien aufzubauen, bis die Betreuung unserer Kinder ihrer Karriere ein Ende machte. Kindergarten, Halbtagsschule, ein fremdes Erziehungssystem forderten sie bis zum Frust, während ich für meine Firma in der  halben Welt  herum reiste. Drei Jahre Holland waren eine weitere gemeinsame Erfahrung. Zurück in Österreich kamen zwei einschneidende Ereignisse: Die Aufnahme eines afrikanischen Flüchtlings und der Tod unseres Sohnes.

Ein bewegtes Leben? Ja. Ein erfolgreiches Leben? Das hängt von der Definition ab, was Erfolg ist. Nach unserer Version, ja. auch wenn wir keine irdischen Reichtümer angesammelt haben und auch keine Schlagzeilen geziert haben. Ein erfülltes Leben? Daran arbeiten wir noch, aber wir sind sicher, dass Jesus das gute Werk, dass er in uns begonnen hat, auch zu Ende führen wird.