Grand Canyon Rafting

 

Freitag, 2.6. 2006 Wien - London

grand canyon south rim

Es war soweit, unsere  Jubiläumsreise in den Grand Canyon konnte beginnen.  Zu unserer Hochzeitsreise waren wir vor 40 Jahren den Hermit Trail zum Colorado Fluss hinunter gewandert. Nun saßen wir im Taxi und fuhren über die neue S1 zum Flughafen bei sonnigem aber kühlen Wetter, es hatte nur 10 Grad draußen. Der BA Schalter war um halb sechs noch geschlossen und eine lange Schlange von Passagieren wartete geduldig. Eine junge Frau holte ein einziges Ehepaar aus der Schlange und ließ sie elektronisch einchecken. Später wurd ein Schalter geöffnet. Wir konnten das Gepäck nach Phoenix durchchecken und erhielten unsere Bordkarten auch für den Weiterflug. Über eine Stunde dauerte die Prozedur, ohne dass unser Gepäck überprüft wurde. Mit etwas Verspätung flogen wir ab. Ein Fluggast von Estland neben uns erzählte von seinem Luxuskaffeehaus in Bahrain. Ein Land 50 x 15 km, von einem König und seiner Familie regiert. Asiaten verrichten die niedrigen Arbeiten und bekommen dafür wenig bezahlt. Während die Bahraini, die arbeiten, für mehr Geld und weniger Arbeitstunden streiken.
Unser Anflug auf Heathrow ist verzögerte, aber wir hatten genug Zeit im Transit.

Unser Flug von Heathrow nach Phoenix sollte um 14.35 abfliegen. Um 14 Uhr begann das Boarding. Dieter war schon abgefertigt, als Susan´s Pass beanstandet wurde. Er war ohne die Streifen zur mechanischen Ablese ausgestellt worden. Wegen der restriktiven Einreisebestimmungen hatten wir in Wien uns im Reisebüro und bei British Airways vergewissert, dass unsere Reisedokumente in Ordnung waren und niemanden, nicht einmal beim Check-in in Schwechat fiel der unvollständige Pass auf.

Wir hatten nur wenige Minuten zu entscheiden, was wir nun tun können. Soll Dieter alleine weiterfliegen und auf Susan warten, wie lange? Sollte Susan zurück nach Wien und einen neuen Pass besorgen, das würde mindestens eine Woche dauern. Eine Weiterreise war unter keinen Umständen ratsam, da die Amerikaner Susan zurück schicken würden und BA mit einer Strafe belegen. Dieter entschied nicht zu fliegen. Unsere Jubiläumsreise fing ja gut an.
Der BA Angestellte riet uns in London einen Not-Pass zu beantragen. Das Passamt sei in der Nähe der Victoria-Station. So rief Susan an und wurde prompt mit einem Call-Center in Indien? verbunden. Not-Pass, so etwas gäbe es nicht und außerdem sei Pfingsten, sie solle am Dienstag auf das Passamt gehen, da Montag Bankholiday ist, lautete die kompetente Auskunft. Inzwischen war unser Gepäck wieder ausgeladen worden und die letzten Passagiere an Bord gegangen, die Maschine war auf dem Weg zur Startbahn.
Der BA Angestellte geleitete uns auf Schleichwegen durch die Kontrollen zum Taxistandplatz. Wir hatten gerade noch 70 Pfund in der Tasche, genug um das Taxi zu bezahlen, das sich in den Freitagnachmittagsverkehr begab. Erstaunlich schnell bewegte sich das Taxi auf der Bus-lane in Richtung Stadt. Inzwischen war es schon halb vier Uhr Nachmittag und das Passamt war nur bis fünf offen. Durch den Londoner Innenstadtverkehr erreichten wir noch rechtzeitig das Amt, das war uns 50 Pfund wert. Ich musste bei der Kontrolle meinen Rucksack abgeben, da ich eine Wodkaflasche darin hatte. Susan füllte das Formular aus, ging zum Photoautomaten und reichte den Antrag mit einem hässlichen Photos ein. Dann wurde sie zu einem Interview geladen, das mit dem Weg zur Kassa endete. 96,50 Pfund waren die Kosten und wir könnten den Pass um 21 Uhr abholen. Dieter traute dem Ganzen noch nicht und suchte die Passausgabestelle, die tatsächlich bis um 21 Uhr offen hatte. Erleichtert setzten wir uns in das gegenüberliegende Pub auf einen Drink, und gingen dann noch italienisch Essen, um uns für die lange Nacht am Flughafen vorzubereiten. Um Viertel Neun holten wir den neuen Pass und nahmen den National Express Bus um 8 Pfund nach Heathrow.

Am Flughafen erreichten wir gerade noch den BA Schalter und erkundigten uns nach einem Ersatzflug. Wir wurden auf die nächste maschine gebucht und die nette Frau fand uns noch ein Zimmer im Renaissance Hotel mit Busfahrt dorthin und Frühstück. Etwas erleichtert kauften wir noch schnell Zahnbürsten ein und arbeiteten uns durch das Labyrinth vom Terminal 4 und dem Heathrowexpress zum Shuttlebus ins Hotel. Schade, an der Schavotfeier in Phoenix werden wir nicht teilnehmen können.

Samstag 3.6. 2006 London – Phoenix Scottsdale

Wir wachten zeitig auf, nahmen uns aber Zeit für das Frühstück und bummelten langsam zum Terminal 4. Ich wollte sicherstellen, dass das Gepäck auch wirklich mitkommt. Das Gepäck aber war im Depot, und es wurde uns versichert, dass es mitkommt, wir sollten es vor den Flug identifizieren. Leider ließ ich mich darauf ein. Als wir endlich beim Boarding waren, fiel Susans neuer Pass auf. Die Grenzbeamten liefen zusammen und begutachteten den biometrischen Pass, das hatten sie noch nie gesehen. Schon glaubten wir, dass wieder etwas nicht in Ordnung war, dann ließen sie uns durch. Vor dem Flugzeug sah ich kein Gepäck, ich wartete in der Sonne auf den verantwortlichen Manager. Der wurde ganz unruhig, und versicherte mir, dass das Gepäck sicher mit käme, ich sollte nur einsteigen und meinen Platz einnehmen. Kaum waren die Motoren gestartet, wurden wir informiert, dass das Gepäck nicht da war, es würde morgen geliefert. Dafür durften wir unsere Plätze in die Businessklasse wechseln, was auch angenehm war.

In Phoenix angekommen, mussten wir in eine Kamera blicken und unsere Fingerabdrücke deponieren. Bei der Ausreise sollten wir unsere grüne Immigrationskarte abgeben, der Ausreisetermin wäre unbedingt einzuhalten. Dann wurden wir beim Lost Luggage Counter mit einem 100 Dollar Scheck beglückt und entlassen. Wir probierten das Mobiltelefon, das Sharon uns geborgt hatte aus und erreichten das Hotel.
In 20 Minuten wurden wir abgeholt. Wir befanden uns in der Wüste, überall standen Saguaro Säulenkakteen.Der Swimmingpool im Holiday Inn war verlockend, leider hatten wir kein Badezeug bei uns. Freundlicherweise wurden wir zum Einkaufzentrum gebracht, aber das Angebot dort überschritt unseren BA Scheck, so ließen wir es bleiben uns ließen uns wieder zurück ins Hotel bringen.

Sonntag, 4.6. 2006 Phoenix Desert Botanical Garden Heart Museum


Wegen der Hitze frühstückten wir bereits um 7 Uhr. Die Styroporkultur des Holiday Inns war umwerfend, aber irgendwie machten wir ein Frühstück aus Waffeln und Sirup, joghurtähnlichen Getränken und Kaffee, naja. Mit dem Hotelbus ließen wir uns zum Dessert Botanical Garden fahren. Die Sonne brannte bereits kräftig und wir suchten auf den teilweise schattigen Wegen Schutz. ro und haarigen Cholla Kakteen und Creosote Büschen. Der Park sollte den Typ der Sonora Wüste im Süden Arizone darstellen. Auf den Kakteen saßen Zaunkönige, etwa 10x so groß wie unsere. Kleine Harris Antelope Erdhörnchen suchen Nahrung zwischen den Kakteen. Das Kaffeehaus war nicht sehr einladend, unter einem Baum fanden wir kühlenden Schatten.

Wir bestellten wir ein Taxi und fuhren vom Dessert Botanical Garden zum Heart Museum in die Stadt. Das ist eine Museum, das sich mit der „first nation“, wie die Indianer heute politisch korrekt genannt werden sollen.
Indianer Kunst damals und heute wurde gezeigt und da waren schon einige erstaunliche Werke darunter; Bilder, Skulpturen und Musik.

Mit dem Bus wollten wir zum Flughafen. Ein Irischer Typ gesellte sich zu uns um die Wartezeiten zu verkürzen. Die Stadt Phoenix ist ein Haufen von Gebäuden, die scheinbar wahllos umherstehen. Es gibt kein Stadtzentrum, die Stadt ist scheußlich. Endlich erreichten wir den Flughafen und gerade als wir wieder versuchten eine Telefonkarte zu erstehen, liefen uns Joanna und Ed aus Bristol vor die Füße. Wir fuhren gemeinsam zum Hotel und gingen dann italienisch Essen. Es gab viel zu erzählen, bevor wir die Reise nach Flagstaff antraten.
Wir hatten noch immer nicht unser Gepäck erhalten. Im Internet konnte ich feststellen, dass unsere Taschen schon in Phoenix gelandet waren, und welche Zustellfirma beteiligt war. Die rasche Lieferung wurde zugesagt aber um 23 Uhr war noch kein Gepäck da.

Montag , 5.6. 2006 Phoenix - Flagstaff

 

Das Gepäck kam um 2 Uhr früh, ich war erleichtert, und konnte wenigsten noch vier Stunden schlafen. Die wieder gewonnenen Badeanzüge ermöglichten uns ein Bad im Swimmingpool vor dem Frühstück. Um 11 Uhr brachte der Hotelbus uns und Jo und Ed zum Flughafen. Dort warten wir auf den Shuttlebus nach Flagstaff. Wir fuhren durch Wüstengebiete und kamen schließlich in die Ponderosa Pine Wälder zu unserem Ziel. An der Bahnstation stiegen wir aus, und fanden einen Photographen Schuhe auf einer Kiste neben dem Bahnhof arrangieren. Er wollte diese mit einer Lokomotive festhalten. Nald kam ein endloser Güterzug, der mit lautem Gehupe durch die Stadt fuhr.

5 Lokomotiven und 100 Waggon auf den zwei Container gestapelt waren, fuhren konstante 50 Km/h der alten Highway 66 von Chicago nach Los Angeles entlang. Als unser Taxi beim Hotel vorfuhr, bogen gerade Kris and Richard aus Portland ein. Hans und Judith von Palo Alto waren auch vor Kurzem angekommen.

Wir wurden zum Briefing der Canyon Explorations Expeditions Leute geladen, wo wir sehr ausführlich über die Gefahren und die Hygiene in Grand Canyon informiert wurden. Einige der jungen Teilnehmer sahen dabei etwas verzweifelt aus. Die Tag- und Nachtsäcke wurden ausgeteilt, noch ein paar Sachen bei Target, einem Billigladen eingekauft, dann gingen wir im historischen Flagstaff italienisch Essen.

 

Dienstag, 6.6. 2006 Flagstaff – Navajo Bridge - Lee´s Ferry - Soap Creek

grand canyon marble canyon
Der Wecker läutete um 5 Uhr, um sechs Uhr sollten wir unsere Sachen zu den Bussen bringen, dort bekamen wir auch einen Kaffee. Um sieben waren wir endlich soweit, dass wir Richtung Lee’s Ferry abfuhren. Im Bus mit uns waren noch Lauren, Laura, Jeffrey, Eliza, Sulli, Sherry, Joye und Ben. Wir fuhren 2 Stunden durch Wüste, trockenes Land, später wurde es etwas Grüner und bei einer Navajo-Siedlung machten wir Toilettenpause. Es war ein riesiges Geschäft mit Indianer-Handwerk. Die Weiterfahrt führte uns in eine Höhe von 7000 ft und etwas mehr Viehwirtschaft wurde erkenntlich. In der Ferne tauchten Sandsteinformationen auf, die die Nähe des Grand Canyon anzeigten. Dann ging es steil hinunter zur Navajo Brücke über dem Marbel Canyon und schließlich nach zwei Meilen waren wir am Fluss. Lee’s Fähre war einmal hier.

Es befanden sich bereits einige andere Rafting-Parties dmarble canyon - grand canyonort, die auf die Abfahrt warteten. Unsere Bootleute instruierten uns, wie wir uns am Wasser verhalten sollten. Es gab fünf Ruderboote und ein Paddle-Boot, worauf sechs Personen durften. Wir verstauten unsere Sachen auf den Booten,

legten unsere Schwimmwesten an, füllten die Wasserflaschen und bestiegen irgendwelche Boote. Susan und ich waren bei Win, einem gemütlichen Bären. Los ging es, wir waren am Wasser. Als wir unter der Navajo-Brücke waren, wurde uns bewusst, dass der Traum Rafting im Grand Canyon Wirklichkeit wurde.

Der Strom war ruhig, wir glitten über das Wasser, die Wände des Canyon bauten sich senkrecht auf. Nach dem 6 Mile Wash machen wir Mittagspause. Wir erleben, wie die Küche auf den Booten mitgeschleppt wurde. Noch hatten wir keine Stromschnellen erlebt. Gestärkt erreichten wir die Badger Creek Rapids, noch wusoap creek rapids grand canyonssten wir nicht was uns erwartet. Bei der Meile 10 stand ein Felsen im Fluss, ein Boot legte an, um für einen Mutigen den Sprung ins Wasser zu ermöglichen. Eine Meile später hatten uns die Soap Creek Rapids mit über 5 Meter Gefälle im Bann.

Bei der Meile 18 landeten wir auf einem weitläufigen Sandstrand. Unter Tamarisken, unter einer Felsplatte bauten wir unser erstes Lager auf. Der Wind blies stark und den Sand auf unsere Schlafsäcke. Während die Bootführer die Küche und die Toiletten aufbauten, wurden wir über die Sauberkeitsmaßstäbe informiert. Der Coloradofluss beinhalte manchmmarble canyon grand canyonal Bakterien und als Vorsichtsmaßname ist das regelmäßige Händewaschen vor dem Essen Pflicht. Es war sehr warm, wir benötigten keine Zelte und schliefen unter freien Himmel.

Mittwoch, 7.6. 2006 Marble Canyon – North Canyon – Silver Grotto

north canyon pool
Der Weckruf um 7 wurde mit einer Muschel geblasen und war nicht überhörbar. Der erste Kaffee war fertig. Nach der Morgentoilette am Fluss war auch schon das Frühstücksbuffet angerichtet. Danach galt es unsere Sachen genau in die richtigen Säcke zu verstauen und zu den Booten schleppen und gemeinsam wurden die Boote beladen. Das sollte zur täglichen Routine werden. Die Sonne erreichte gerade die Höhen der Canyonwände, da waren wir bereits unterwegs am Wasser. Ich hatte mich für das Paddelboot gemeldet und bekam einen Platz rechts vorne. Kent erklärte uns die Kommandos. Aber schon nach 2 Meilen landeten wir an der rechten Flussseite. Die erste Wanderung, in den North Canyon war angesagt. Es war die erste Kletterei, die von uns verlangt wurde. Susan blieb auf einen Zwischenplateau sitzen, während wir in den immer enger werdenden Canyon kletterten, bis wir zu einem runden Teich kamen, den wir durch schwammen und dann auf dem polierten Zufluss hinaufkletterten.

Danach ging es weiter bis zur Meile 22, wo vor uns wir ein Raft kenterte. Die Stromschnellen waren 4 Meter hoch und schienen nicht besonders schwierig zu sein, dennoch passierte es. Geoff ergriff das treibende Boot und wir machten ein rasches Anlegemanöver. Es galt, das gekenterte Boot, voll beladen, mit dem was noch übrig geblieben war, umzudrehen, und dazu benötigen wir jede Hand. Interessant war, dass die betroffene Partie, Rotkreuz Veteranen zu geschockt waren, um mitzuhelfen. Mit vereinten Kräften gelang es uns das Boot wieder aufzurichten und wir übergaben es den Eigentümern. Wir bestiegen wieder unsere Boote, wünschten ihnen viel Glück und waren dahin, auf der Suche nach tUmdrehen des gekenterten Bootesreibenden Gütern, wie etwa Bierdosen. Die Leute hatten einiges ihrer Verpflegung verloren.

Nun kamen wir zu einigen Stromschnellen hintereinander. Ich hatte so meine Probleme mich mit den Füßen in die eine Schlaufe festzukrallen. Bei der 24,5 Meile war eine Stromschnelle mit nur 3 Meter Höhenunterschied. Die erste Welle wurde grandios geschnitten und wir sausten durch sie, dann aber kam die zweite Welle und auf die klatschten wir mit voller Wucht drauf. Der Schlag auf das Boot katapultierte mich in die Höhe und als ich wieder herunterkam, war das Boot nicht mehr da. Ich hielt das Paddel fest und dann schwamm ich durch die Stromschnellen, besser gesagt, ich wurde getrieben. Es war nicht so einfach die Übersicht in den Wassermassen zu behalten. Es dauerte einige Zeit, bis ich durch die Stromschnellen durch war, dabei vergaß ich das Zeichen zu geben, dass ich ok war, mit der Hand auf den Helm klopfen. Jedenfalls wartete das Paddelboot unter der Führung von Kent im ruhigeren Wasser auf mich, ohne eine Rettungsaktion einzuleiten. Sanfte Hände zogen mich an der Schwimmweste ins Boot, nun aber saß ich in der dritten Reihe. Die anderen Teilnehmer beobachteten mich und gaben mir beste Noten für die gebotene Show.
Silver Grotto
Bei der Meile 25 machten wir Lunchpause und ich wechselte danach in ein Ruderboot. Nur vier Meilen weiter wurde unser Nachtlagerplatz bezogen. Wir suchten uns wieder einen ebenen Platz im Sand zwischen den Tamarisken, da kündete Kent ein schleimiges Abenteuer an: Silver Grotto.

Ein paar Verwegene stellten sich ein, wir mussten durch eine grüne Lacke, und uns an einem Seil die Wand 6 Meter hochziehen. Ich stopfte die Kamera in ein Plastiksackerl unter meine Kappe. Oben angekommen war die nächste braune Froschlacke zu durchwaten. Es waren tatsächlich kleine Frösche darinnen! Die Wände waren glatt geschliffen und nur mit Presstechnik gelang der Aufstieg zur nächsten Lacke, die mehr ein runder Teich war. Die nächste Etappe wäre eine Kletterei in die Höhle gewesen, auf die von den meisten von uns verzichtet wurde. Der Abstieg war schwieriger als der Aufstieg. Die, die die in erste Lacke rutschen wollten, konnten dies tun, ich zog es vor sich abzuseilen. Das Wasser war abgestanden und stank, sodass danach ein Vollbad im kalten Colorado von Nöten war.

Irgendwann in der Nacht wurden Zelte ausgeteilt, da es zu Donnern begann. Susan schlief tief und es gelang mir nicht, sie zu wecken. Ich entschied, das Zelt nicht aufzustellen, sondern uns nur damit zu zudecken, leider erwischte ich nur das Innenzelt, was ich in der Dunkelheit nicht zu erkennen konnte und den einsetzenden Regen nicht sehr abhielt.

Donnerstag, 8.6. 2006 Red Cavern - Canyon View

Da alle ihre Zelte aufgestellt hatten außer wir, bauten wir es in der Früh schnell noch auf, zum Trocknen und damit wir das nächste Mal Bescheid wussten. Es war trüb und nicht sehr warm. Nach dem Frühstück meldete ich sich für die Duck, das Gummikajak. Ich bekam einen Neoprenanzug, da gerade noch passte. Schon bei den 29 Mile Rapids erwischte mich eine Querwelle und ich landete im Wasser. In einer Hand das Paddel in der anderen das Kajak wurde ich durch die wilden Wellenberge geschwemmt. Aber kaum beruhigte sich das Wasser kroch ich wieder in mein Boot.

Bei  Meile 31 landeten wir und besuchten Ausgrabungen, dann fuhren wir an Stantons Cave vorbei und machten bei 
Redwall Cavernder Red Cavern Mittagspause. Ich hatte noch meinen Nassanzug an und mir war kalt. In der Höhle spielten einige Baseball und ich durfte Outfielder Mile rapidssein, für beide Mannschaften, aber es machte wenig Spaß.

Nachher fuhren wir zur Meile 36, wo wir gegenüber der Seufzerbrücke, einer Felsformation in der Steilwand des Canyons, eine Wanderung machten. Ich quälte mich aus dem Anzug und meiner nassen Badehose und zog mir etwas Trockenes an. Die nassen Sachen legte ich auf meinen Tagesrucksack. Dann begann eine Kletterpartie, die steilen Canyonwände hinauf. Dabei machte ich eine schmerzhafte Bekanntschaft mit einem Fishhook-Kaktus. Oben angelangt hatten wir einen fantastischen Blick auf den Grand Canyon in beide Richtungen. Bei Meile 41 den Buck Farm Canyon schlugen wir unser Nachtlager auf, diesmal mit Zelt und die Nacht war bestens.

Freitag, 9.6. 2006 Saddle Canyon - Nankoweap Rapids -  Little Colorado

Hans und Judy auf Kellys BootAls wir aufwachten, bemerken wir dass der Colorado sich rot gefärbt hatte. Die Niederschläge weiter oben müssen heftig gewesen sein, das Wasser war vom Schlamm gefärbt. Das bemerkten wir auch beim Wasser filtern. Wir starteten früh, aber bereits nach 500 Meter gingen wir an Land um uns Loopers Boot anzusehen. Obwohl der Tag nur zahme Stromschnellen versprach, ging ich auf Susan Hamiltons’s Ruderboot. Jo und Judith saßen vorne, es war ein ruhiger Tag für mich.
Saddle Canyon
Bei Meile 47 machen wir Mittagspause. Dann wanderten wir in den Saddle Canyon. Zuerst ging es steil hinauf, Susan blieb auf halber Höhe zurück und wollte malen. Diesmal hatte ich meine Wanderschuhe mit und wir mussten wieder durch Wasser waten. Ich zog sie aus und wanderte bloßfüßig auf den Felsen weiter. Der Canyon wurde enger und dessen Ende war ein erhöhtes Plateau. Die Wände waren glatt poliert und wir mussten weiter durch Wasser wandern.
Nankowaep RapidsBei der Meile 52 kamen wir zu den Nankoweap Rapids. Dann kann der Kwagunt, ein flaches mit Sand aufgeschwemmtes Gelände, das früher Farmland der Indianer war.
Kwagunt Rapids waren lang, aber nicht schwer, aufpassen musste man nur, da die Stromschnellen an eine hohe Steilwand prallte und dort dahin schoss.
Nach dem 60 MileDrop kamen wir zu dem Zufluss des Little ColoradoLittle Colorados, der sein türkisblaues Wasser in die rotbraune trübe Brühe des Colorados ergoss. Wir legten an, aber nicht die Schwimmwesten ab. In diesen marschierten wir den Little Colorado stromaufwärts, bis wir zu einer Art Wasserrutsche gelangten. Dort tauchten wir ins Wasser, das zu unserer Überraschung sehr warm war. Wir ließen uns gemütlich hinunter treiben, bis wir zu unseren Booten kamen. Danach suchten wir bei Meile 63 einen Lagerplatz auf Ringtail Island, eine Schotterinsel. Wir fanden alle einen Sandplatz für unsere Schlafsäcke. Nach dem Abendessen, Steaks gab es, gesellte sich Tom und Ben mit seiner Gitarre zu uns. Ben gab einige Musikstücke zu besten, bis das Mondlicht die gegenüberliegende Wand gespenstisch erleuchtete.

Samstag, 10.6. 2006 Hance Rapids – Vishnu Creek – Cremation Cove

Kent lies mich die Duck fahren und ich zwängte mich in den Nassanzug und dann wurde es ein interessanter Vormittag. Lava Canyon Rapids war die erste Herausforderung, aber wirklich groß war dann Tanner mit etwa 6 Meter Höhenunterschied, zu bewältigen. Die Wellen waren schon riesig, aber ich schaffte die Wassermassen gut. Vier Meilen weiter lauerte Unkar Rapids auf uns, jetzt galt es schon 8 Meter zu überwinden. Fast wurde ich von einer riesigen Welle nach hinten umgeschmissen, aber irgendwie kam ich durch, dagegen war Nevills Rapids mit 5 Meter ein Kinderspiel. Bei der Meile 76 gehen wir an Land, um Hance Rapids auszukundschaften.
Sodoaker Rapids
Ich musste umsteigen. Kent ließ mich Hance nicht fahren. Es sei nicht der Höhenunterschied von 10 Meter gefährlich, sondern die vielen versteckten Felsen unter Wasser. Dementsprechend wurden wir auch gehörig nass. Sodoaker Rapids waren dagegen wieder ein Kinderspiel.
Vishnu Creek
Bei Meile 81 machten wir unsere Lunch Pause, aber die Wildernis Boote hatten bei Vishnu Creek angelegt, weshalb wir etwas unterhalb an Land gingen und für die Wanderung über einen Hügel steigen mussten, bevor wir zum Wasserlauf gelangten. Der Canyon selbst war nur 3 Meter breit mit glatten hohen Wänden und vielen Kurven. Am Ende des Canyon lag ein Felsblock, der das herabströmende Wasser teilte. Die zwei Wasserfälle luden zum Duschen ein, wieder war das Wasser warm.

Am Nachmittag gab es nur kleinere Stromschnellen, dafür war es wahnsinnig heiß, sogar am Wasser. Cremation CampBei Meile 86 schlugen wir unser Lager bei Cremation Creek auf. Die Nachmittagsonne hatte den Felsen und Sand so aufgeheizt, dass es kaum möglich war barfuss zu gehen. Da ein Teil der Gruppe uns morgen verlassen würde, wurde ein Bunter Abend, eine so genannte No-Talent-Show angesagt. Joey erzählte seine Reisegeschichten durch das fremdartige Arizona, von Bens Gitarre begleitet. Er brachte uns mit der Story zum Lachen. Das Team baute unter der Anleitung von Sully eine Menschenpyramide und Hans und Kris sangen Edelweiß als Nationalhymne. Mein Petersbrünnele rundete den Abend ab und ich hörte noch später in der Nacht von verschiedenen Ecken den Kuckuck schreien.

Sonntag, 11.6. 2006 Phantom Ranch – Hermit Rapids

Phantom Ranch
Die Outhiker, das waren jene, die aus dem Grand Canyon hinaus wanderten, verließen uns schon sehr früh, damit sie noch vor der Mittagshitze über dem Bright Angel Trail an den Südrand kamen. Nach dem Frühstück legten wir nach zwei Meilen bei der Kaibab Suspension Bridge an und wanderten zur Phantom Ranch, eine grüne Oase. Gerade zog eine Eselkarawane über die Brücke und hinterlies eine Staubwolke. Raben saßen auf dürrem Geäst, wilde Truthähne und Rehe suchten im Gebüsch Futter. Wir machten bei der Ranch Rast und der Ranger lud uns zu einem Lagerfeuergespräch über Fledermäuse ein. Wäre sicher interessant gewesen, aber wir mussten zurück zu den Booten. An der Wasserstelle nahmen wir Kanister, die nicht uns gehörten, zu unseren Booten mit. Nachdem wir dies aussortiert hatten, fuhren wir zwei Meilen weiter, um beim Pipe Creek auf die Neuankömmlinge zu warten. Wir wurden neu auf die Boote aufgeteilt und ließen uns einige sanfte Stromschnellen hinunter gleiten. Pipe Spring Rapids und Horn Creek waren harmlos.
Trinity Creek
Bei Meile 91,5 machen wir am Trinity Creek in glühender Mittagssonne Mittagspause. Susan und ich wanderten vor den Lunch den Trinity Creek entlang, der erstaunlicherweise alle 10 Meter die Richtung wechselte. Aber immerhin war es drinnen etwas kühler. Dann gab es eine Stärkung. Salt Creek Rapids war eine sanfte Einführung für die Neuen, Granit Rapids hatte einen sehr langen Katerakt und Frank wurde aus dem Paddelboot geschleudert. Ich war im Ruderboot bei Kirstin und wir lenzen wie verrückt die Wassermassen aus dem Boot.

Dann legten wir bei Meile 94,7 den Hermit Rapids an. Das war der Moment für ein Erinnerungsphoto für uns. Aber das Ufer sah ganz anders aus als vor 40 Jahren, es war nicht mehr sandig, sondern felsig und mit Tamarisken überwachsen. Dem Hermit Trail konnten wir gerade noch ausmachen. Hermit Rapids wurde die erste wirklich große Herausforderung. Ich blieb noch am Ufer, um die einzelnen Boote zu photographieren, dann musste auch Kirsten mit uns durch. Uns erwartete eine riesige Welle, die uns beinahe aus dem Boot riss. Das Boot war danach auch wieder randvoll mit Wasser und da es nicht selbstlenzend war, mussten wir schöpfen und pumpen was das Zeug hielt. Unmittelbar danaHermit Paddelboatch bei Meile 96 bauten wir unser 6. Lager auf, Shistcamp. Wir hatten Zeit, uns zu entspannen, ich ging schwimmen, wurde aber von Kent aus dem Wasser gepfiffen. Wir entspannten uns,  schrieben oder lasen, oder tranken ein kühles Bier. Eine Kragenechse,

Hermit Rapids Goef Peter Jessy TomHermit Rapids Sully Susan

Collard Lizard leistete uns Gesellschaft.

 

Montag, 12.6. 2006 Shimuno Creek Rapids

Beim Frühstück entdeckten wir eine Tarantulla Hawk, eine Wespenart, die ihre Eier auf Vogelspinnen als Wirt legt. Meine Wassersandalen waren gerissen, aber irgendjemand fand welche, die zurückgelassen worden waren. Sie waren zwar zu groß aber besser als gar keine.
Wir beide nahmen in Win´ s Boot Platz und er ruderte uns durch die Boucher und Cristal Rapids mit 6 Meter Höhenunterschied. Letztere erforschen wir zuerst vom Land, sie sollten die schlimmsten Stromschnellen sein, dann ließen wir uns hineingleiten. Unsere Bootsführer schienen diese jedoch mühelos zu meistern. Tuna Creek Rapids waren nur 3 Meter. Tuna heißt der essbare Teil des Prickly Pear Kaktus. .Dann fuhren wir durch alle möglichen Halbedelsteine, Agate, Saphir, Turquois, Rubin, alle eher mit geringem Risiko, während Serpentine uns wieder herausforderte. Bei Bass Rapids legten wir für die Mittagspause an, es war sagenhaft heiß.

Am Nachmittag nahm ich die Duck zum Shimuno Creek. Wo wir eine Wanderung machten. Es wurden zwei Varianteangeboten, den Fluss entlang zum Wasserfall oder über den kleinen Pass zu einem warmen Bach, der uns zum Einlass des Wasserfalls führte. Da waren wir nun 3 Meter über den Anderen und durften hinunter in das Becken springen. Wir mussten über Steine springen oder einen schmalen Felskante entlang, denn im Canyon war viel Wasser.

Den Nachmittag war ich wieder in der Duck und kam gut durch die Shimuno Rapids. Bei den 110 Meile Rapids warf mich eine Welle um. Ich konnte mich an das Ufer retten und stieg dann wieder in das Kajak. Alles in Ordnung, die anderen jubeln. Die restlichen Meilen waren verhältnismäßig einfach. Waltenberg Rapids waren 5 Meter hoch, besonders die Wellen am Ende der Zunge, aber ich kam durch. Noch 2 Meilen, dann schlugen wir beim Garnet Canyon unser Lager auf. Nun waren wir bei Meile 114,5 angelangt. Der Lagerplatz war eng, wir mussten die Boote aneinander binden. Die Schlafstellen waren sehr felsig und wir begnügten uns mit engen Plätzen.

Die roten Wände reflektieren die späte Abendsonne. Nach dem Essen lagerten wir im Kreis und Ed las aus einem Mock-Reiseführer Molvania, bis er vor lauter Lachen nicht mehr weiter lesen konnte. Susan übernahm die Leserolle bis es finster wurde. Sternklare Nacht, Sternschnuppen fielen, Satelliten und Flugzeuge zogen ihre Bahnen. Der Himmel war nicht wirklich dunkel, nur die größeren Sterne waren sichtbar, trotzdem war es eine perfekt romantische Nacht. Später kam der Mond über den Wänden und erhellte die bizarre Felsenlandschaft.

Dienstag, 13.6.2006 Elves Chasm – Blacktail Canyon


Susan konnte auf die Duck, ich ging auf das Paddelboot. Wir fuhren eine halbe Meile, dann zeigte uns Win die Refreshment Cove, eine kleine Felsbucht, in die all unsere Boote geschlichtet hineinpassten. Win dirigierte einen Singsong und Hans sang „ich weiß nicht, was soll es bedeuten.“ Zwei Meilen später legten wir wieder bei Meile 116,5 in Elves Chasm an. Einige bevorzugten zu baden, die mehr abenteuerlustigen stiegen in die Höhe, auf den Knien kriechend und am Bauch liegend, mussten wir uns zwischen den Felsen durchzwängen bis wir zu einem Wasserfall kamen. Einige hatten davon nicht genug und kletterten an der Wand zum Wasserfalleinlass, um von dort hinunter zu springen. Eine neue und laute Gruppe kam von den Motorrafts dazu, sie sprangen nackt, zum eigenen und der anderen Gaudium.

Eine Meile weiter unterhalb Explorers Monument, einem mächtigen Fels machten wir bei Stephens Aisle Mittagspause. Es war schrecklich heiß und bei einem Überhang suchten wir im Schatten Schutz vor der Sonne. Nudelsalat war die Verpflegung, dann stiegen wir in die Boote und bei Meile 120 legten wir an und wanderten in den Schatten des Blacktail Canyons. Dort war die Great Unconformity zu sehen, jener geologische Bruch zwischen Vishnu Shist und Tapeats Sandstone, wo den Geologen ca. 940 Millionen Jahre Geschichte fehlen. Vielleicht war noch niemand auf die Idee gekommen, dass bei diesen enormen Zeitspannen ein Fehler aufgetreten sein könnte. Unter den waagrechten Schichten lag ein Konglomerat an großen Schotter, dann ein fast senkrechter Schnitt Vishnu Shist.
Es wehte ein starker Wind, diesmal stromabwärts. Wolken zogen auf, die entfernten Felsrücken waren dunstig-blau. Das machte das Paddeln leichter und wir bauten sogar Segelflächen auf, um den Wind zu nützen. Noch zwei Meilen waren wir auf den Rafts, dann legten wir vor den Foster Rapids bei Meile 122 an und blieben dort über Nacht. Es war ein großer Sandstrand, wieder bauten wir unser Lager zwischen Tamarisken und Felsen. Ein Hubschrauber zog seine Kreise und suchte eine Gruppe, die Hilfe benötigte. Kent warnte uns zu winken. Die Wolken zogen vorbei.

Mittwoch, 14.6.2006 Bedrock Rapids - Deer Creek

 

Der frühe Aufbruch wurde verzögert, da Kirstens Boot noch immer leck war. Die ganze Nacht hatte die Klebestelle getrocknet, aber am Wulst hielt sie nicht ganz dicht. Wir wanderten den 122 Mile Creek hinauf und Susan Hamilton las eine Geschichte über die Frauen im Canyon. Sie hatte nur einen Sommerjob und wusste noch nicht, was sie im Winter machen wird. Ein Kolibri flog vorbei, dann stiegen wir wieder in die Boote. Wir hatten uns Lunchpakete gemacht und wollten 15 Meilen durch zum Deer Creek fahren. Bis dorthin gab es Rapids und Riffels, ein starker Tag für die Paddler und die Duckies. Beim Fossil Rapids ging Peter Spear unter und verlor sein Paddel. Ich saß in Susan Hamiltons Ruderboot und da es nicht selbstlenzend war, mussten wir fleißig mit den Kübeln Wasser schöpfen.

Die Bedrock Rapids sahen wir erst einmal an, dabei hatte ich Gelegenheit Susan im Paddelboot zu photographieren. Ed war bei Goeff im Ruderboot und Richard, Kris und Judith waren bei Win.

Wir kamen zu der engsten Stelle des Grand Canyon, bei der Meile 135 ist er nur 25 Meter breit. Eine Meile später legten wir bei Deer Creek an. Wir gingen alle vom unteren Wasserfall hinauf zum Patio, ein ziemlich steiler Aufstieg und in der Schlucht war der Weg teilweise nur 10 cm breit. Ein Blick in die ausgewaschene Tiefe des Canyon konnte einen schwindlig machen Oben, bevor das Wasser in die Tiefe schoss, war ein Teich von Cottonwood Bäumen gesäumt. Während eine Partie im Schatten ausruhte, wollte die andere die Quelle des Deer Creeks Dutton Sping aufsuchen. Wir gingen den Wasserlauf entlang. Ein großes Plateau, das entlang des Wassers sehr grün war, sonst eher eine Kaktuswüste glich. Wir verfehlten den Weg und wateten mühsam durch den Bach. Dann stiegen wir den Berghang steil hinauf, dort wo wir es nicht erwarteten, schoss aus der roten Wand ein Wasserstrahl in eine grüne Oase. Zurück zum Patio, der war verlassen, die Zurückgebliebenen hatten bereits den Heimweg angetreten. Unten am Colorado hatten bereits andere Boote angelegt, wir mussten über sie zu unseren Booten klettern. Wir bewältigten noch einige Riffels und schlugen das Lager bei Meile 136,5 auf. Nach dem Abendessen las Kelly aus ihrem Lieblingsbuch vor, Ein Mountain Sheep, das etwa wie unser Steinbock aussah, stand als Silhouette lange am Felsgrad über dem Camp.

Donnerstag, 15.6.2006 Matkatamiba Canyon – Upset Falls

Ein trüber Morgen, anfangs gab es keine Begeisterung für die Kajaks. Ich wollte auf jedem Fall. Elisabeth wurde von Kent überredet, sie war das erste Mal in einen Kajak und Susan legte ihr ans Herz, auf mich aufzupassen. Kent kam auch zu mir und riet mir in ihrer Nähe und der des Paddelboots zu bleiben, aber nach den ersten Stromschnellen, wussten wir, dass Elisabeth sehr gut zurecht kam.

Foster Rapids waren gewaltig, aber die danach waren noch besser, die Wellen schlugen auf das Boot ein, der Canyon wurde enger und die Wände stiegen steil auf. Bei Meile 148 kamen wir zum Matkatamiba Canyon. Das Anlegen war schwierig, vor den Stromschnellen gab es nur eine kleine Bucht. In Abständen von 5 Minuten wurden die einzelnen Anlegemanöver durchgeführt und die Boote miteinander am Felsen vertaut. Das musste alles sehr schnell gehen, um nicht in die Stromschnellen hineingezogen zu werden. Die Motorrafts hatten bereits den Großteil des Platzes in Anspruch genommen, wir mussten über sie klettern und dann in das brusttiefe Wasser springen. Auch die Tische und das Essen wurden ausgeladen, danach wollten wir in den Canyon klettern. Wir wateten wieder brusttief im Wasser des Canyon und mussten uns an den ausgewaschenen Wänden hinaufstemmen. In der Gruppe gelang dies leichter, Hans und Judith gaben bereits am Anfang der Kletterei auf. Susan machte weiter, wurde mit Hilfe den Fels hinaufgeschoben, bis wir zu einen großen roten Felsüberhang kamen, eine Oase, ein Patio mit viel Schatten und Felsplatten um auszuruhen.
Später stauten wir das Wasser, indem wir uns als Damm in den Wasserlauf setzten und auf Kommando gemeinsam aufstanden. Es ist erstaunlich, wie viel Wasser nun den Canyon hinunter schoss. Zum Glück befand sich niemand in der Enge.

Bei den Booten angekommen, mussten die Leinen entwirrt werden und eines nach dem anderen wurde in die Matamatimba Stromschnellen hineingezogen. Zwei Motorrafts warteten darauf anlegen zu können. Mark und ich waren die letzten, die mit den Kajaks die Anlegestelle verließen. Die Stromschnellen waren nicht schwierig, die Wellen aber trotzdem sehr groß, dann warteten wir in einem Strudel, da Jeff und Kelly mit den Kameraleuten sich bei den Upset Fall postieren. Alle Boote kamen gut durch, das Paddelboot kam so nahe an die Felswand, dass ich mich entschied mit dem Kajak in der Mitte des Flusses zu bleiben. Mächtige Wellen kamen von allen Seiten, ich wurde herumgeschleudert, aber paddelte was das Zeugs hielt. Ich tauchte in die riesige Querwelle ein und war durch. Dann beruhigte sich das Wasser. Ich möchte mit Susan das Boot wechseln, aber Jeff hatte entschieden bei Meile 151,5 an einem Sandstrand mit Felsstufen unseren Lagerplatz aufzuschlagen. Wir wählten einen flachen Fleck, gleich neben dem Roten Ameisennest. Die gingen aber ohnehin bei Sonnenuntergang schlafen.

Freitag, 16.6.2006 Havasu Creek


Zeitiger Aufbruch, wir wollten früh den Havasu Creek erreichen Das waren zwar nur 5 Meilen, aber die Wanderung ist 7 Meilen lang. Ich stieg in Geoffs Ruderboot und Susan ins Paddelboot.
Die Anlegestelle war unmittelbar vor den Stromschnellen. Jedes Boot kam einzeln an, dann kletterten wir über die Felsen und waren gleich sehr exponiert. Ich zog die Wanderschuhe an, da die Wassersandalen zuwenig Profil hatten, aber schon nach den ersten Hundert Metern querten wir den Strom, die Schuhe waren wasserdicht, aber das Wasser rann von oben hinein. Nach einiger Zeit kamen wir zum ersten Pool an der Felswand. Dort waren Leute von den Motorrafts. Durch einen kleinen Felstunnel ging es weiter in das Tal. Die Wanderung wechselte zwischen Kletterpartie und Furten durchwaten, bis wir steil am Canyonrand eine Höhe von 200 Meter erklommen. Tief unter uns rauschte der Fluss, der verschiedene Teiche aufgebaut hatte. Susan, Joanna und Judith erreichten den ersten und badeten. Wir wanderten weiter, bis wir eine türkisene Teichterrasse unter uns sahen, aber keinen Weg hinunter. Nach einigen Beratungen der Führer beschlossen sie, dass wir die Lavafelsen hinunterklettern sollten. Das war für einige keine leichte Sache. Wir wateten durch die terrassenartigen Pools und suchten einen Schattenplatz unter den Bäumen. Das Wasser war warm und die Wasserfälle verlockten zu einer Dusche. Einige kletterten über die Terrassen und sprangen ins Wasser. Die Terrassen waren aus Lavarippen geformt.

In der Mittagshitze traten wir den Heimweg an. Die feuchten Wanderschuhe waren unangenehm, mir brannten die Zehen. Über einen schmalen Höhenweg entlang der Felsen, standen wir ca. 15 Meter über dem Wasser. Win und Kent sprangen vor uns hinunter. Niemand machte es ihnen nach. Wir wanderten weiter, die Sonne brannte, es gab keinen Schatten. Die Farben des Gesteins hatten sich verändert, sie waren schwächer geworden, als in der Früh. Die Hitze ließ sie austrocknen. Nun kamen wir zum Lavatunnel, durch den der Weg führte, der Ausblick war herrlich, ich blieb an der Felskante, der Weg führte ein Meter unter mir weiter. Plötzlich, ich weis nicht wie es geschah, fand ich mich auf den Knien am Weg liegen, den linken Ringfinger verstaucht, geprellt, der rechte Handballen war aufgerissen. Schrammen an Ellbogen, Knie und Schienbein, die Hose zerrissen. Zwei Meilen vorher hätte ich keinen Weg unter mir gehabt, nur den Fluss 100 Meter in die Tiefe unter mir. Richard und Kris kamen vorbei und halfen mir auf. Ich war ganz benommen, blieb noch einige Minuten sitzen, dann konnte ich weiter gehen. Im Felsenpool kühlte ich meine schmerzenden Wunden.

In Geoffs Boot ging es weiter bis zum National Canyon, wo wir lagerten. Ich hielt meine linke Hand ins kühle Wasser des Colorados. Der Finger schwoll an, Ed und Susan operierten meinen Ehering mit einem Schuhriemen vom Finger. Irgendwie kamen mir mittelalterliche Torturen dabei in den Sinn. Nach dem Abendessen las Jeffrey lustige Geschichten aus dem Buch Molvania. Ein prächtiger Sternenhimmel stand über mir, aber ich konnte nicht schlafen, meine rechte Hand pulsierte stark. Susan und ich suchten in der Finsternis den Erste-Hilfe Kasten und desinfizierten nochmals meine Wunden. Der Schmerz ging weg, ich schlief dann ein.

Samstag, 17.6.2006 Lava Falls Rapids


Ich meldete mich für das Kajak, Susan glaubte, ich sei verrückt, weil sie dachte, dass ich Lava Falls Rapids durch fahren möchte. Bis dahin war es noch eine 15 Meilen lange Fahrt über mittlere Stromschnellen und Riffels, dazwischen waren lange Strecken ruhigen Wassers. Mächtige Lavamassen quollen zwischen Travertintrümmern heraus. Kugelförmige Brocken drapierten die Ufer auf beiden Seiten. Dann gingen wir an Land und erforschten die Stromschnellen der Lava Falls Rapids. Mächtige Wellen standen vor uns. Kirsten begann ein Modell von diesen Stromschnellen in den Sand zu zeichnen und demonstrierte mit einer Plastikente die Bootsrouten, damit wir sahen, welche Möglichkeiten wir hatten durchzukommen. Danach durften wir die Wirklichkeit beobachten und drei Boote wurden photographiert. Ich blieb mit Eds Videokamera am Land und ging dann mit Dana auf Susan Hamiltons Boot. Die Fahrt war schnell und mit einer Riesenwelle wurden wir in einen

 Strudel gedrückt. Wir hielten uns fest um nicht in den Strom gerissen zu werden. Wir wurden hin- und hergeworfen, das Boot füllte sich mit Wasser. Kaum hatten wir unsere Ängste überwunden, begannen wir mit dem Wasser schöpfen, noch waren wir nicht durch die Stromschnellen und das schwere Boot war schlecht zu manövrieren.

Kelly schien die Stromschnellen mit Leichtigkeit zu bewältigen. Kirsten verschwand für einige Zeit in den Wellen.

 

Susan kämpfte mit ihrem Team im Paddelboot, welches mehr oder weniger ohne Kontrolle durch die Stromschnellen des Lava Falls getrieben wurde. Kent sprang am Steuer von backbord zu steuerbord und zurück, um die Situation zu erfassen, während der Rest der Mannschaft wie wild paddelte oder versuchte sich am Bootsrand fest zu halten, um nicht über Bord geschmissen zu werden. Freudestrahlend hielten sie ihre Paddel senkrecht am Auslauf der Stromschnellen, sie hatten die Fahrt ohne Verluste geschafft. Ein toller Erfolg. Wir hatten uns eine Mittagspause verdient. Bei eine kleinen Felsplatte legten wir an.

Nach Lava blieben Dana und ich im Ruderboot, Susan im Paddelboot. Es war ein langer Nachmittag, wir waren 25 Meilen am Wasser. Die Hitze erdrückte uns. Am halben Weg entwickelte sich eine Wasserschlacht. Mit Spritzpistolen und Kübel übergossen wir einander mit Wasser. Dann wurde das Motorraft entdeckt, das uns heimlich überholen wollte, aber wartete, bis wir zu einer Insel kamen. Der Motorraftführer nahm die andere Wasserstraße als wir und dachte unseren Attacken zu entkommen. Wir aber warteten bereits mit gefüllten Kübeln auf unser Opfer. Diese erwiderten den Angriff mit viel Geschrei und Gelächter, bis jede Mannschaft der Boote nur noch schrie „We have won“ Es waren gut 45 Grad im Schatten und wir waren in der prallen Sonne am Wasser. Susan Hamilton überläßt mir die Ruder. Es ist ganz schön anstrengend das tonnenschwere Boot zu bewegen und das macht sie den ganzen Tag!

Bei Meile 202 war unser Lagerplatz, ein weit geräumiger Sandstrand mit Tamarisken überall. Nachdem jeder seinen Platz gewählt hatte, trat Ruhe ein, die noch brennende Sonne verschwand hinter einer Felswand und Abendkühle brachte Linderung. Auch der Sand konnte wieder barfüßig begangen werden. Das Team braute einen Margarita zusammen, nach 2 Bechern waren wir in bester Stimmung.
Noch während des Abendessens begann Win mit der No-talent-Show. Eine Plastikflasche trieb am Colorado. Unter den Zurufen diese Verunreinigung nicht zuzulassen, riss sich Win die Kleider vom Leib und stürzte sich dramatisch, wie ein Lifguard, in die eisigen Fluten. Win zeigte uns die Flasche und da war ein Zettel drin, eine Botschaft in einer Flaschenpost. Win holte ihn heraus und las vor: „Die National Park Verwaltung returniert hiermit einen Fundgegenstand, der einige Zeit den Grand Canyon verunreinigte. Plötzlich hatte Win meine Badehose in der Hand, hatte er sie herausgezogen? Die Menge johlte ob der Wiederkehr der Verlorenen. Tom, Eli und Jessica veranstalteten eine Zaubershow, Sully konnte das Team wieder zu einer Menschenpyramide aufbauen, Susan musste ihre Karikaturen der einzelnen Bootsführer durch die Reihen gehen lassen und bekam Lob dafür. Jo and Ed sangen zu „London’ s burning“ ein Lied auf den Groover, unsere Toilettenkiste. Hans holte Kris und mich um Edelweiß zu singen und ich organisierte eine Umtata-Band und tanzte mit Susan einen Schuhplattler. Mit Dana sang ich zur Melodie „Micheal row the boat ashore“ einen Sketsch auf die GC Tour, dann machten Susan und ich den Sketch „Mit 60 im Bett“ was sofort Hans’s Zurufe nach Zensur provozierte. Zum Schluss verlangten alle noch einmal das Petersbrünnele und Hans, Elizabeth und Sullivan sangen mit.

Es war dunkel geworden und die Sterne tauchten hervor, aber es war noch immer heiß. Wir durften morgen eine Stunde länger schlafen.

Sonntag, 18.6.2006 213 Mile Cliff - der Sprung


Susan fand einen großen Oberschenkelknochen, der zu einer Kuh zugehörig identifiziert wurde und nicht von einem Mammut. Wir machten eine kurze Wanderung in einen Seitencanyon um Payut Pictogramme zu sehen. Wir setzten uns auf die Felsenplatte und während wir die Zeichnungen betrachteten, las Kirsten ein Bootsmanngebet.

Kirsten stellte dann ein Damenpaddelboot zusammen. Ich wählte wieder Win’s Boot Bei Meile 213 legten wir an und betrachteten einen vorspringenden Felsen. Win lud uns ein von dort herunter zuspringen. Kent zeigte es vor und bald kletterten einige hinauf, um es ihm gleich zu tun. Tom, Jessi, Sully, Mark und ich, um einige zu nennen. Für mich hatte dies schmerzvolle Folgen. Bei diesem Sprung knickte ich mein Steißbein.

Danach wechselte ich ins Kajak, Susan blieb im Paddelboot. Dana war ebenfalls im Kajak mit mir. Zwischen den letzten Ruderboot und den Paddlern wurde der Abstand immer größer. Wir wussten nicht, ob wir warten sollen, dann sahen wir bei Meile 215,5, wie Leute ins Wasser sprangen und die Stromschnellen hinunter schwammen, wir machten uns ebenfalls daran sie zu bewältigen, ohne auf Kent zu warten und ließen und in die Wassermassen hinein. Danach war es für zwei Meilen ruhig. Auf uns warteten die 217 Mile Rapids mit einem Höhenunterschied von mehr als 5 Meter. Wir ließen uns einweisen und Dana ging zu erst. Ich sah sie in der 2. Welle verschwinden, da bewegte ich mich bereits auf die Zunge hin. Die erste Welle bäumte sich auf, ich schnitt sie durch, raste auf die zweite Welle zu, lehnte mich vor und tauchte hindurch, da stand eine dritte Welle, noch größer aber schräg zu meiner Fahrtrichtung, Ich stieß mein Paddel ins Wasser, aber ruderte nur in der Luft. Der Wellenhang erfasste das Kajak und drehte es blitzschnell hinein und um. Ich wurde von der Welle eingewickelt und verschüttet. Ich hielt das Paddel fest und versuchte das Boot aufzurichten, da kam die nächste Welle, die mir das Boot aus der Hand riss. Nun ritt ich auf den Wellen, das machte sogar im kalten Wasser Spaß. Manchmal erfasste ein Strudel das Paddel und zog es hinunter und mich dazu. Ich schnappte Luft und hielt das Paddel fest bis ich im ruhigen Wasser an die Oberfläche kam, dann setzten die Stromschnellen Nr. 2 ein.
Ich gab das Zeichen, dass ich ok war und schoss an einem Ruderboot, das in einem Strudel auf mich wartete, vorbei. Dann kam Dana in ihrem Kajak auf mich zu und ich konnte mich an ihrem Boot festhalten und Atem schöpfen. Ich hatte schon etwas Wasser geschluckt. Das Damen-Paddelboot nahm mich auf, und brachte mich zu meinem Kajak, das inzwischen sichergestellt worden war. Etwas außer Atem bestieg ich es und weiter ging es zu unserem letzten Lagerplatz.

Am Lagerplatz ging ich spazieren auf der Suche nach einer Klapperschlange, fand aber nur schöne Kakteen. Inzwischen hatte das Team eine Rutsche aus dem ungedrehten Paddelboot gebaut. Während einige mit Kübel den Plastikboden nass machen, konnten wir mit einem Sprung aufs Boot eine Rutschpartie ins Wasser machen.
Nach dem Abendessen saßen wir im Kreis und tauschten unsere Erfahrungen aus. Alle waren sehr positiv, ich mache meine Bemerkung bezüglich der Lebensmittelvergeudung. Mir wurde dann gesagt, dass die nicht verwendeten Lebensmittel an ein Obdachlosenheim abgegeben werden. Ich fand das gut, aber es war meine Kritik, dass mehr gekocht wurden, als wir aßen. Jeder kramte noch seinen geheimen Alkoholrestbestand heraus und wir hatten eine tolle Sammlung von teilweise exotischen Getränken, von Whisky bis zum Wodka. Interessant war, dass jeder sich mit einem kleinen Depot an innerem Desinfektionsmittel versorgt hatte. Die Stimmung war danach dementsprechend besonders gut.

Montag, 19.6.2006 Diamond Creek – Hulapai country - Ende der Raftingtour


Heute hatten wir einen zeitigen Aufbruch, irgendwie war die Stimmung etwas gedämpft. Ein letztes Gruppenbild von unserem Freundeskreis wurde geknippst, dann luden wir die Boote das letzte Mal auf, und bestiegen sie. Die letzte Fahrt vor Sonnenaufgang sollte in absoluter Stille stattfinden. Susan und ich wählten Win´s Boot, oder war es, dass er sonst keine Mitfahrer hatte? Wir hatten keine Präferenzen. Die Sonne kroch langsam über die Bergrücken und die Flusslandschaft erschien in einem eigenartigen Licht. Sie sah aus wie die japanischen Farbholzdrucke, Landschaftsbilder im Dunstblau. Der Diamond Peak erschien prominent, die Ocotildo Büsche wurden wieder mehr.

Wir näherten uns Diamond Creek. Dort war bereits heftig Bewegung am Landeplatz. Die Hulapai Indianer brachten einige Pontons und Motorrafts mit riesigen Lastkraftwagen ins Wasser. Wir waren noch zu früh dort und mussten warten, bis wir die Erlaubnis anzulegen bekamen. Diese sei generell erst ab 9 Uhr zu haben, aber dann durften wir mit dem ersten Boot an Land gehen. Wir zogen es ans Ufer und begannen es abzuladen und zu zerlegen. Das bedurfte natürlich einigen Platz, den die Indianer aber auch benötigten, aber irgendwie schafften wir es ihnen nicht im Wege zu stehen.

Es kamen zwei Schulbusse, die die Tagestouristen heranbrachten. Wir konnten zusehen, wie diese mit Schwimmwesten versehen auf die einzelnen Boote untergebracht wurden. Dann bewegten sich die Pontons mit lauten Motoren stromabwärts zu Lake Mead.

Unsere Boote wurden komplett zerlegt und auf bereitgestellte Lastkraftwagen verladen. Nach getaner Arbeit gab es einen Brunch für uns, Shrimps, Lachs, Frühstücksspeck, eine interessante Mischung an verschiedenen Geschmacksrichtungen. Ich kostete das Shushi, hatte aber keinen großen Appetit. Dann bestiegen wir die Busse, die Straßen durch das Hulapaigebiet waren nicht asphaltiert, sie glich eher einem Flussbett. Nach einer halben Stunde erreichten wir das Dorf. Alle Häuser waren mit einem Stahlzaun umgeben, Gärten gab es keine, darin standen ausrangierte Geräte und Autos. Manche Fenster waren verbarrikadiert. Die Siedlung sah sehr trist aus. Der Fahrer hatte seine zwei Burschen mitgenommen, seinen Sohn und einen Adoptivsohn, der krank war, vermutlich von Nachwirkungen von Drogenmissbrauch. Er konnte die Augen nicht offen halten und seine Atmung war unregelmäßig.
In Seligmann auf der Route 66 machten wir Kaffeepause in einem Kuriositätenlokal. Die Amerikaner zerbogen sich vor Lachen über die Scherze des Barkeepers. Ich hatte Probleme die Späße zu verstehen. Wir sagten unserem Fahrer, dass er gleich ins Hotel fahren soll, wir sehnten uns nach einem Bad. Die Wanne war danach sehr sandig und wir hatten Mühe, diesen wegzuwaschen. Dann gingen wir in Hans und Judith´s Zimmer, wo bereits alle anderen unserer Freunde sich bei Wein und Keks vergnügten. Ich hatte meinen Zwei-Wochenbart bereits beseitigt. Dann gingen oder besser fuhren wir nach Flagstaff zum Abschiedsdinner. Dieses wurde allerdings nicht vorbestellt, weshalb wir auf Lokalsuche gehen mussten. Beim Bahnhof fanden wir auf der Terrasse der „Altitude“ Platz, Allerdings kam alle 15 Minuten ein Güterzug mit unendlich langen und lauten Hupsignalen, dass eine Unterhaltung kaum möglich war. Auch hören wir die Sirenen von Polizei und Feuerwehr, die immer noch auf Waldbrandeinsatz in der Nähe waren.

Wir hatten 225 Meilen oder 360 Kilometer ohne Probleme geschafft. Dank unseren Bootsführerteam von Canyon Explorations Expeditions deren Einsatz und Umsicht ein großartiges Abenteuer ermöglichten. Aber ebenso müssen die Teilnehmer genannt werden, so bunt gemischt wir alle waren, es war ein kameradschaftliches Team, wodurch es keine Konflikte gab, die die Tour hätten beeinträchtigt:

Das waren wir  v.l.n.r: Joanna und Ed von Bristol, UK,  Judith und Hans von Palo Alto, California und Kris und Richard von Portland , Oregon , Susan und Dieter Bogg von Österreich; Freunde, die sich seit Jahrzehnten kennen und immer wieder zu Abenteuer aufgelegt sind.

Dazu kamen Jeffrey, Eliza und Sullivan Johnson von South Carolina, Max Calbick und Dan Sugarman von New Jersey, Laura Diggs von New Mexico , Sherry, Ben und Joey Grimm von Kansas, Bill Prehode und Peter Bakal von New York, Dana und Elizabeth von Indiana, Jessica Spear und Tom Kelley von Washinton State, Mark Thomae und Eli Spear von Califonia, Peter Spear und Lauren Diggs von Arizona.

Wir überreichten unserem Guideteam unseren Dank und Susan gab ihnen noch ihre Karikaturen. Kent und Kirsten waren sichtlich berührt, dann kam es zum großen Good Bye mit Kelly VanDerBerg, Susan Hamiltin, Geoff Gourley dem Teamleader, Kristin Downing, Win Allen und Kent Wagner.

Dann ging es ab in die Betten, denn morgen mussten wir zeitig los. Wir werden mit Kris und Richard durch die Mojavewüste zu den Sequoias fahren.